Himmel und Erde berühren

Gruppenbild Wanderwallfahrt

Die Zeichen standen nach gelockerten Coronaregeln gut für den diesjährigen Verlauf unserer 36. Wanderwallfahrt nach Werl. In den letzten beiden Jahren konnten wir nur in sehr abgespeckter, privater Form, die Wanderwallfahrt zur „Trösterin der Betrübten“ durchführen. Seit über 360 Jahren ist die „Trösterin der Betrübten“ das Ziel von Prozessionen und Wallfahrten, wird das Gnadenbild der Thronenden Madonna Jahr für Jahr von Gläubigen aufgesucht und verehrt. Bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts reichen die Belege zurück. Pastor Kinold verabschiedete alle Teilnehmer der diesjährigen Wanderwallfahrt in der morgendlichen Pilgermesse, sodass wir uns pünktlich um 6 Uhr auf den Weg zu unserem ersten Zwischenziel nach Klosterbrunnen machen konnten.

Das Wetter meinte es gut mit uns Pilgern. Gleich nach der Begrüßungsansprache erfolgte die Ehrung der langjährigen Teilnehmer (Oliver Haase 10 Wanderwallfahrten, Stefan Hesse - Elisabeth Kuhlmann - Theo Sapp 15x, Hubertus Quinke - Berthold Sangermann 20x, Sigrid Mues 22x, Felix Hellweg 25x Elisabeth Rademacher 30x, Hans Werner Rademacher und Heinz Vogt sind zum 35x dabei). Unterhalb vom Oberbecken startete der erste Rosenkranz und das Teilnehmerfeld konnte in einen ersten meditativen Zustand eintreten. Auf dem Weg nach Röhrenspring konnten wir die gerade aufgeblühte Natur hautnah miterleben, alte Freundschaften erneuern, plaudern, lachen und neue Wege zu Gott und Maria und sich selber finden. Unsere erste Pause in Klosterbrunnen endete mit einem kurzen Gebet in der Kapelle.

20220701_101314_Gruppenfoto_Klosterbrunnen.jpg

Fröhlich plaudernd und ehrfürchtig dem vor uns liegenden Bergrückens ging es weiter hinauf nach Meinkenbracht, weiter nach Linnepe, unterstützt durch Marschmusik durch die Wiese beim Bauern Ehrkamp vorbei zur Mittagsrats nach Hellefeld. Andrea Sager und Heinz Vogt die uns im Fahrzeug begleiten, hatten alles für ein gemütliches Zusammensein müder Pilgerbeine vorbereitet.

IMG-20220702-WA0014_Werl_unterwegs_1.jpg

Der Weg zum „Lenhauser-Kreuz“, oberhalb von Hellefeld, stellte sich ähnlich einem Mikado-Spielfeld dar. Der schmale Pfad im Eichenwald lässt sich nach wie vor gut gehen und erinnert uns daran, dass Wanderfreunde wie Magret und Günter Kramer und alle, die in Form von Spenden 1994 das Kreuz ermöglicht haben, hier ein immerwährendes Zeichen der Verbundenheit mit der Wanderwallfahrt errichtet haben – hier berühren sich Himmel + Erde.

20220701 142516 Lenhauser KreuzTheo Vollmert, du fehlst uns!

In diesem Jahr hatten wir uns für eine früher oft genutzte Variante des Weges nach Arnsberg entschieden – „Butterbettken‘s Brücke“. „Butterbettchen“ ging ein Leben lang als Händlerin den langen Weg durch den Arnsberger Wald, von Hellefeld bis Arnsberg. Bei Wind und Wetter brachte Sie Eier, Butter und andere landwirtschaftliche Produkte auf den Markt nach Arnsberg. Unsere Ankunft im Jugendhof in Arnsberg erlöste viele Wanderer von der Last der Wanderung und den ersten 36 km. Der Abend endete mit einem leckeren Bierchen, einem stimmungsvollen Abschluss und wie in vielen früheren Jahren, mit Wanderliedern zu Akkordeonklängen. Theo und Andre, ich würde mich freuen, wenn wir dies zukünftig wiederholen könnten.

WW Kerze SGV LenhausenDer zweite Tag unserer Wanderwallfahrt begann mit einem besinnlichen Morgengebet und der Ankunft weiterer Wanderer, die nur am zweiten Tag dabei sein konnten. Dieses Jahr haben insgesamt 44 Pilger den Weg nach Werl auf sich genommen. Etwas mehr als 30 km werden die Pilger heute bis zur Madonna in Werl erwandern. In diesem Jahr sind wir abweichend vom altbekannten Streckenverlauf, dem Ruhrtal-Radweg gefolgt und in Niedereimer über den Himmelpfortener Weg hinauf auf die Höhe zum „Regenweg“ gewandert. Hier kann man die gewaltigen Veränderungen des Arnsberger Waldes, ausgelöst durch den Borkenkäfer/Klimawandel, deutlich erkennen. Oben angekommen wurde in einem verbliebenen, wunderschönen, Buchenbestand gerastet, gesungen, gebetet und viel geplaudert. Entlang des Regenweges gab es begleitet von Marienrufen viele Gelegenheiten, eine Bitte, deren Erfüllung erbeten wurde oder einen speziellen Dank zur Gottesmutter zu richten. In Steetsberg angekommen, hatte unser Begleitfahrzeug ein Feinschmeckermenü vorbereitet.

Die letzten Kilometer über Bremen entlang des Mucher-Kreuzes nach Werl fordern noch einmal die letzten Kraftreserven aller Pilger. Markus Ende und das Begleiter-Team um Wallfahrtsleiter Dr. Best sind uns in der Fußgängerzone mit unserer neuen Wallfahrtskerze entgegen gegangen. Die neue Wallfahrerkerze wurde von Beate Struwe liebevoll geschaffen. Den Einmarsch der Fußpilger muss man nach dem langen, beschwerlichen Weg selbst einmal miterlebt haben. Alle die an der Lenhauser-SGV-Wanderwallfahrt einmal teilgenommen haben, werden von diesem stimmungsgeladenen Moment berichten können.

Das Altarbild bei der Lichterprozession war diesmal, passend zum Motto der Wallfahrt „Himmel + Erde berühren“ stimmungsvoll gestaltet und mit Videokunst untermalt. Die Lichterprozession mit dem Einzug der jeweiligen Wallfahrerfahnen, der musikalischen Begleitung, den stimmungsvollen Lichtimpulsen, bildete wie all die letzten Jahre einen eindrucksstarken Abschluss des zweiten Tages.

 

IMG-20220703-WA0022_Werl_Wallfahrtskirche.jpg

Die Wallfahrt war in einigen Dingen anders als die Letzten, denn vieles musste nach Corona umorganisiert werden. Allen, die zum Gelingen der Wanderwallfahrt beigetragen haben, gilt unser besonderer Dank.

Für ein Jahr kehrt jetzt wieder Ruhe ein, bis sich dann im nächsten Sommer wieder hoffentlich viele Wanderer / Pilger auf den Weg nach Werl machen werden.

Frisch Auf
Für den SGV-Lenhausen
Theo Sapp und Stefan Schröer


 

Joomla templates by a4joomla