--- musste wegen einer Veranstaltung in der Schützenhalle leider abgesagt werden ---

 

Am Sonntag, 9. September 2018, kann von 13.00 bis 17.00 Uhr unsere Schützenhalle besichtigt werden. Für Architekturliebhaber und heimatkundlich Interessierte bietet sich die Gelegenheit, abseits vom Schützenfesttrubel "Geschichte zum Anfassen" zu erleben:schuetzenhalle h r

Bereits im März 1910 beschloss die Schützengesellschaft zu Lenhausen den Ankauf eines Schützenplatzes, wo das vereinseigene Festzelt künftig aufgestellt werden sollte. Doch schon am 12. Juni 1910 erging ein Folgebeschluss zum Bau einer eigenen Schützenhalle auf dem soeben erworbenen Gelände!

Diese wurde 1910 / 1911 nach Plänen und unter Leitung des Architekten M. Fahning, Foerde (j. Grevenbrück) in Holzbauweise errichtet. Die Leimbinderkonstruktion stammt von der Firma Hetzer aus Weimar. Otto Hetzer hatte im Jahr 1906 das Patent No. 197773 für sein "Gebogenes Holz-Bauteil für vereinigte Dach-Pfosten und -Sparren" erlangt. Zuvor hatte er ein in Feuchtigkeit nicht lösliches Bindemittel (Leim) entwickelt, mit dem z.B. zwei oder patentmehrere in gewünschter Form gebogene Langholzstäbe unter Druck zusammengefügt wurden, und deren Form nach dem Trocknen des Bindemittels auch unter „Gewaltanwendung“ nicht mehr veränderbar war.

Die Leimbinder aus Weimar im Gewicht von fast sieben Tonnen erreichten Lenhausen mit der Eisenbahn am 16. Februar 1911, um vier Uhr nachmittags.

Am 18.07.1990 wurde unsere Halle unter Nummer A61 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Finnentrop eingetragen. Christian Hoebel vom Amt für Denkmalpflege führt in der Denkmalwertbegründung unter anderem aus:
Aus Sicht des WAfD handelt es sich bei dieser Hallenkonstruktion um ein Baudenkmal im Sinne des §2 (1) DSchG NW, an dessen Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht.
Dieses öffentliche Interesse besteht, weil diese Hallenkonstruktion bedeutend ist für die geschichtliche Entwicklung des Leimholzbinderbaues. Erst 1906 wurde der Firma Otto Hetzer AG, Weimar, das Patent zum Bau solcher  Binderkonstruktionen erteilt.
Bis zum heutigen Tage ist die Fachwelt davon ausgegangen, daß neben vereinzelten Ansätzen Mitte der 30er Jahre diese Bauform erst ab 1955 industriell eingesetzt wird. Mit der vorliegenden geprüften Statik und dem Bauplan ist hier der Nachweis erbracht, daß diese Halle zu den Pionierbauten dieser modernen Bauform zählt.binder
Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche Gründe vor. Diese begründen sich darin, daß diese Hallenkonstruktion von dokumentarischer Bedeutung für die Erforschung der ursprünglich angewendeten Technik ist. So sind z. B. die Fragestellung nach Art und Einsatz von Leimmitteln zu erforschen. Desweiteren besteht an diesem Objekt die Möglichkeit, Langzeitverhalten dieser Systeme zu erforschen. Immerhin wird diese Konstruktion 80 Jahre alt."


Führungen werden nach Bedarf von André Zepke (1. Vorsitzender und König der St. Anna-Schützenbruderschaft Lenhausen), T. 0173-2036303, E-Mail: azepke [AT] tiggesundzepke [PUNKT] de, oder Jörg Sieler, T. 0170-7740456, E-Mail: j [PUNKT] sieler [AT] finbau-module [PUNKT] de, angeboten.


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